Intacts große Träume und erste Schritte

Intact's Founders in Early Days

Was hat dich damals dazu bewegt, dich auf das Abenteuer Intact einzulassen? 

Damals kamen einige Dinge zusammen. Ich komme ja selbst aus der Landwirtschaft und war mit der damaligen Haltung der Erzeugergemeinschaft ganz und gar nicht glücklich. Mangelnde Veränderungsbereitschaft und starre Strukturen frustrierten mich enorm. Zu alledem kam dann noch der Arzneimittelskandal in der Schweinefleischproduktion.  

Mein Wunsch, den Fortschritt voranzutreiben wurde also stärker denn je und ich fand schnell Verbündete. Thomas Lorber und ich waren uns einig, den notwendigen Wandel selbst in die Hand zu nehmen. Alleine die Überlegungen einer Lösung entwickelte sich schnell zu einer leidenschaftlichen Vollzeitaufgabe. Daraufhin habe ich dann auch relativ schnell meinen damaligen Job gekündigt, ohne noch recht zu wissen, wo es denn genau hingehen soll. (lacht) 

Was waren eure Vorstellungen?  

Wir hatten eine ebenso klare wie herausfordernde Vision: Qualität in der Lebensmittelerzeugung zu sichern, Transparenz schaffen und Rückverfolgbarkeit garantieren. Auch darüber waren wir uns schnell einig – wie das Ganze klappen sollte, war weniger klar (lacht). Im Prozess der Ideenfindung wurde unser Team aber glücklicherweise noch von Hans (Fruhmann) und Peter (Krainer) verstärkt. Mit vier motivierten jungen Menschen mit landwirtschaftlichen Hintergrund fielen die Überlegungen dann noch ein Stück leichter.  

Wie sahen eure ersten Schritte aus? 

Wir trafen uns damals regelmäßig in meinem Keller und dachten stundenlang über erste Konzepte nach. Parallel dazu begannen wir bereits, Gespräche mit Karl Schirnhofer zu führen, der später unser erster Kunde werden sollte. Nach einem Arzneimittelskandel sah auch er Handlungsbedarf und fragte uns, ob wir es hinbekommen würden, ein Qualitätssicherungskonzept für Schweineproduzenten zu erarbeiten. 

Intensive Vorbereitungen und eine Präsentation später, bekamen wir mit den Worten „Passt, fangt’s an“ unseren ersten Kunden, noch bevor unser Unternehmen offiziell gegründet waren. 

Nach zwei Monaten war es an der Zeit, bei Karl Schirnhofer das Thema Finanzen anzusprechen. Er stellte uns ein stattliches monatliches Budget für die Umsetzung des Konzeptes zur Verfügung. Dabei gab es lediglich folgende mündliche Vereinbarung: „Franz, sag einfach wie lange ihr Unterstützung braucht und ich gebe Bescheid, wenn ich’s mir nicht mehr leisten kann.“ Auf dieser Vertrauensbasis entwickelte sich eine lange und schöne freundschaftliche Geschäftsbeziehung. In fast drei Jahren wurde so die beauftragte Software NutriWeb entwickelt. 

Gemeinsame Projekte, neue Produkte und lange Partnerschaften

Old Intact Product Logos

Welche finanziellen Meilensteine stehen für das Wachstum der Firma zwischen 2001 und 2021? 

Als junges, motiviertes Unternehmen investierten wir nahezu jeglichen Umsatz direkt wieder in die Produktentwicklung. Das hat auch großartig funktioniert und wir durften unsere Kundenkartei und Produktpalette bald stark erweitern. Über mehrere gemeinschaftliche Projektentwicklungen kamen wir so irgendwann bei Ecert (dem Vorgänger der heutigen Intact Platform) an. Die Intact Platform hat im Laufe der Entwicklung völlig neue Märkte und Branchen erschlossen. Von Fisch über Lebensmittel bis hin zur Luft- und Raumfahrt – unsere Software wird mittlerweile weltweit für Audits, Zertifizierungen und Standards auf allen Kontinenten eingesetzt. 

2005 wurde Organic Services unser Vertriebspartner in Deutschland. Im Vertrieb erkannten wir zudem recht früh, dass der Bedarf für unser Nischenprodukt am Markt groß war. So konnten wir hier einen weiteren Schwerpunkt setzen und neue Kunden außerhalb Europas gewinnen. 

Bevor wir 10 Jahre Intact feiern konnten, standen wir vor wirtschaftlichen Herausforderungen. Unsere finanziellen Ressourcen waren beschränkt, dabei war es stets unser Ziel zu wachsen und das Unternehmen besser abzusichern. Wir wussten jedoch, dass Intact’s Umsatzwachstum noch nicht das volle Potential widerspiegelte, weswegen wir uns mit Beratern auf die Suche nach Investoren machten. Bis wir 2017 mit IMCap einen passenden Partner gefunden haben. 

Thomas Lorber and Franz Rauch

Inwiefern hat das starke Wachstum den sozialen Faktor bei Intact verändert? 

Ich kann heute stolz sagen, dass wir es geschafft haben, den sozialen Faktor über alle Veränderungen hinweg aufrecht zu erhalten. Wertschätzung wird nach wie vor großgeschrieben. Eine hohe Sozialkompetenz und die Einstellung, als Team gemeinsam Ziele zu erreichen, war schon immer Teil von Intact.  

Nur der persönliche Kontakt untereinander ist aufgrund der Größe nicht mehr so intensiv wie zu Beginn. Aber unser kollegialer Umgang und der Geist von Intact sind definitiv erhalten geblieben (lacht). 

Was wünscht du dir für Intact? 

Ich bin überzeugt davon und glaube fest daran, dass Intact weiterhin auf dem eingeschlagenen Erfolgskurs bleiben wird. Mittlerweile wird das Unternehmen nicht nur von den Gründern, sondern auch von unseren Investoren getragen, die an denselben Strängen ziehen – das ist großartig. Ich bin also guter Dinge, dass es uns gelingen wird, mit Intact die Welt weiterhin ein kleines Stück besser zu machen und gesteckte Ziele zu erreichen. 

Zudem wünsche ich mir, dass wir uns als Unternehmen sowohl menschlich als auch fachlich fortwährend zum Besten entwickeln. Das harmonische Miteinander soll unbedingt bestehen bleiben und die Basis dafür bilden, auch in der Zukunft alle Erwartungen erfüllen und Herausforderungen meistern zu können. Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter soll gestärkt und motiviert nach vorne schauen und den Fokus am Puls der Zeit halten können.  

Ist dir ein Moment besonders in Erinnerung geblieben? 

Ich erinnere mich gerne an eine der ersten Besprechungen zurück. Damals sprachen wir darüber, wie lange wir wohl gemeinsam arbeiten werden. Hans war damals überzeugt, dass das Projekt uns wahrscheinlich für ein paar wenige Jahre zusammen halten wird. Oft sind eben die unerwarteten Dinge, die schönsten im Leben (schmunzelt). 

Zum Abschluss möchte ich unbedingt einen Dank an meine KollegInnen und Kollegen für die sehr gute Zusammenarbeit aussprechen, die auch in schwierige Zeiten gut überstanden hat. Auch dass die vier Gründer nach so langer Zeit noch an einem Strang ziehen macht mich stolz und glücklich. Haltet die gegenseitige Wertschätzung und Akzeptanz aufrecht – wir haben hier alle gemeinsam einen wunderbaren Ort geschaffen! Danke für wunderbare 20 Jahre Intact. 


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