Intacts Anfänge: Weltverbesserung und Euphorie

Intact's Founders in Early Days

Wie ist die Entstehung von Intact vor 20 Jahren aus deiner Sicht abgelaufen?

Nunja, wir waren alle im gleichen Unternehmen tätig und gleichermaßen erschüttert von den damals grassierenden Lebensmittelskandalen. Da hat man sich recht schnell gefunden und häufig über die Probleme der Branche gesprochen.

Es entwickelte sich rasch eine gemeinsame Leidenschaft für das Thema und wir waren entschlossen, das Problem selbst in die Hand zu nehmen. Die Vision, Technologie zu nutzen, um die Welt ein kleines Stück besser zu machen, erschien uns nicht nur richtig, sondern logisch.

Das was dann folgte, war eine spannende Reise – man muss verstehen, dass die Technik damals noch nicht so weit war, wie wir sie gerne gehabt hätten. Das Internet steckte noch in seinen Kinderschuhen – so haben wir unsere ersten Demo-Meetings nicht zufällig beim einzigen Wirt in der Umgebung abgehalten, der bereits Internetzugang hatte (lacht).

Was war deine Motivation, Intact damals zu gründen?

Da kamen ein paar Dinge zusammen. Zum einen stand natürlich der Weltverbesserungsgedanke im Vordergrund. Andererseits war eine eigene Gründung und die damit verbundenen Chancen als junger Mensch natürlich eine spannende Perspektive. Das Ergebnis hat nicht enttäuscht – Intact hat mich auf die spannendste Reise meines Lebens mitgenommen.

Was waren die größten Hürden, die ihr in den Anfangsjahren überwinden musstet?

Aufs und Abs waren in den ersten Jahren immer dabei – wobei die Abs auch manchmal prägend waren (lacht). Die größte Hürde war für mich sicher die Stabilisierung nach der ersten Euphorie.

Nach den ersten erfolgreichen Kunden standen wir vor der Herausforderung, das Wachstum auch weiterhin zu ermöglichen. Die ersten Projekte werden meist voller Euphorie und mit 200 % Einsatz gemeistert – koste es, was es wolle. Irgendwann muss man sich aber darum kümmern, ein nachhaltiges System zu schaffen.

An diesem Punkt muss man sich als Unternehmer schwierigen Fragen stellen: Wer wollen wir sein? Stellen wir jemanden ein? Wen stellen wir ein? Wie definieren wir Intact? Welche Aufgaben haben wir und wie verteilen wir diese? Daran zerbrechen viele Gründerteams auch heute noch und ich bin sehr dankbar, dass wir diese kritische Phase damals gemeistert haben.

Hast du vor 20 Jahren damit gerechnet, dass Intact so erfolgreich wird, wie es heute ist?

Groß geträumt wurde bei Intact ja immer (lacht). In aller Ernsthaftigkeit muss aber gesagt werden, dass es durchaus in beide Richtungen hätte gehen können. Eine Mischung aus jugendlicher Euphorie und der richtigen Strukturierung zur richtigen Zeit haben sich aber als gutes Rezept erwiesen.

Veränderung und Herausforderungen

IMCap Acquires Majority Stake in SaaS Software Vendor Intact

Was waren die größten Veränderungen, die Intact in den letzten Jahren durchlaufen hat?

Die größten Veränderungen kamen in letzter Zeit mit Sicherheit durch Fokussierung. Zum einen auf Produktebene – die Konzentration auf unsere Stärken haben uns sehr weitergebracht.

Zum anderen die Fokussierung auf unsere Wachstumspläne – dadurch konnten wir im Jahr 2018 IMCAP an Board holen. Ein Schritt, den wir nie bereut haben und von dem wir jeden Tag profitieren. Die zusätzliche Professionalisierung und Strukturierung, die Intact dadurch gewonnen hat, bringt uns auf das nächste Level.

Wie hat sich die Zusammenarbeit bei Intact in dieser ereignisreichen Zeit die letzten Jahre verändert? 

Das globale Zusammenarbeiten ist durch die zunehmende Digitalisierung natürlich leichter geworden. Cloudbasierte Kooperations- und Kommunikationstools sind bei Intact ja schon länger im Einsatz, aber in den letzten Jahren ist da viel passiert.

Das hat uns schlussendlich auch die Zeit der Lockdowns unbeschadet überstehen lassen. Der erste harte Lockdown war damals ein Schock und gerade für die IT eine große Herausforderung – durch unser bereits bestehendes digitales Setup war aber alles machbar.

Vor welchen Herausforderungen steht die Audit- und Zertifizierungsbranche deiner Meinung nach aktuell? 

Eigentlich ist es immer noch das gleiche Thema, das uns vor zwanzig Jahren zur Firmengründung bewegt hat: Digitalisierung und die damit verbundene Integrität. Leider gibt es immer noch diverse Unternehmen, die Teilbereiche oder gar den Großteil Ihres Betriebs nicht digitalisiert haben. Die Pandemie hat das schmerzvoll aufgezeigt.

Hier besteht noch Nachholbedarf, der besser heute als morgen gedeckt wird. Dabei ist mir immer wichtig, zu verdeutlichen, dass Digitalisierung nicht nur Effizienz und Transparenz bedeutet, sondern vor allem Integrität. Digitale und technologische Lösungen haben das Potenzial, für mehr Sicherheit, Fairness und Integrität zu sorgen. Dadurch können wir die Welt ein Stück weit besser machen – daran habe ich vor 20 Jahren geglaubt und daran glaube ich heute mehr denn je.

20 Jahre Intact: Ein Resümee

Wenn du nochmal von vorne anfangen könntest, würdest du etwas anders machen? 

Es kam so wie es kommen sollte und das ist auch gut so. Ein engagiertes Team hat sich in einem Keller zusammengefunden und etwas aus ihrem Traum gemacht.

Wir haben gekämpft, die richtigen Leute an Bord geholt, kooperiert, waren innovativ und demütig – so hat das geklappt. Genau diesen Ansatz möchte ich auch allen jungen Gründern an’s Herz legen. Einen Traum haben, dafür einstehen, demütig sein, zusammenarbeiten und an sein Ziel glauben.

Was waren deine schönsten Momente in 20 Jahren Intact?

Einer davon war sicher die Beauftragung für das erste Ecert. Bei diesem Projekt konnten wir zeigen, was wir können und dass unsere Vision aufgeht. Damit wurde auch der Grundstein für eine Fülle an neuen Aufträgen und die heutige Intact Platform geschaffen.

Ein weiteres Highlight ist natürlich jedes Jahr auf’s Neue die Weihnachtsfeier (lacht).

Was wünscht du dir und deinem Team für die Zukunft?

Ich wünsche mir, dass all unsere wirtschaftlichen Pläne aufgehen und wir dabei niemals den Zusammenhalt verlieren. Dieses Teamgefüge, dass den Intact Geist ausmacht muss um jeden Preis erhalten bleiben – denn genau das macht uns erfolgreich.

Kurzfristig freue ich mich darauf, wenn diese Pandemie besiegt ist und wir nach getaner Arbeit wieder mal ein gemeinsames Bier bei einer Runde Dart genießen können (lacht).


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